3.1 Sprachliche Bildung und Förderung

Durch gezielte Sprachförderung unterstützen wir jedes Kind darin, seine Bedürfnisse  auszudrücken und mit Anderen zu kommunizieren. Sprache trägt dazu bei, Gefühle wie Freude, Wut oder Angst auszudrücken und mit ihnen umzugehen.

Es ist entscheidend, die Lust an der Sprache zu wecken und zu fördern. Eine geeignete Lernumgebung ist wichtig für die Entwicklung der sprachlichen Bildung. In unseren zwei Gruppenräumen befindet sich jeweils eine Kinderbibliothek (Leseecke). Neben den deutschen Bilderbüchern -Sachbüchern- Zeitschriften, sind fremdsprachige Bilderbücher, vor allem englische und griechische, zu finden. Es gibt einen CD-Player der uns zu einer Bilderbucherzählung begleitet. Einzelne Kinder machen davon Gebrauch mittels Kopfhörer.

Wir besuchen regelmäßig die Stadtbücherei im Gasteig. Dort haben unsere Kinder die Möglichkeit, Bücher anzuschauen und selbst zu wählen. Wir leihen viele Bücher aus und stellen sie den anderen Kindern vor.

Im Griechischen Kindergarten wird von Anfang an die Sprachentwicklung aller Kinder beobachtet und systematisch dokumentiert. Für Migrantenkinder wird regelmäßig der Beobachtungsbogen "Sismik" ausgefüllt und für Kinder mit Deutsch als  Muttersprache der Beobachtungsbogen "Seldak". Beide Beobachtungsbögen dienen als Grundlage für Entwicklungsgespräche mit den Eltern.

Sprache lernt sich nicht von selbst

Wesentliche Bestandteile unserer Spracherziehung sind:

  • Laut- und Sprachspiele, Lieder und Spiellieder, Fingerspiele, Gedichte, Reime, Rätsel, Zungenbrecher.

Mehrsprachigkeit gehört zu unserem Alltag. Da unsere Kinder aus ganz Europa und auch aus Asien kommen, nutzen wir die Chance mit den verschiedenen Sprachen akustisch in Berührung zu kommen und wir betrachten es als Bereicherung. Im Morgenkreis begrüßen wir uns in den verschiedenen Sprachen, zählen alle anwesenden Kinder in jeder Sprache und hören Lieder aus deren Heimat an. "Es war einmal, es war keinmal…", Erzählungen, die uns helfen, andere Länder und Kulturen kennen zu lernen, und ihren Wert zu schätzen.
Durch unsere kulturelle Aufgeschlossenheit erwecken wir die sprachliche Neugierde und fördern das Sprachbewusstsein der Kinder.

Zu unserer Sprachförderung gehört auch die Schrift. Kinder schreiben ihren eigenen Namen z.B. auf ihre gemalten Bilder, einzelne Wörter in Form eines Briefes an ihre Mutter, Oma oder Freund/in. Mittels Buchstabenstempeln sammeln die Kinder ihre Lieblingsbuchstaben. Sie bemalen auch die Buchstaben von Plakaten und Schriftstücken.

kalimera                       good morning

                                 guten tag                                buenos dias

     russisch                                                                                     chinesisch

3.2 Mathematische Bildung und Förderung

Mathematiker sagen, die Mathematik sei keineswegs nur die Lehre von den Zahlen – diese machen nur einen ganz kleinen Teil dieser Wissenschaft aus. Stattdessen umfasst die Mathematik viele Themengebiete. Ihnen gemeinsam ist, dass sie sich mit ORDNUNGEN und STRUKTUREN befassen; es ist die Wissenschaft der MUSTER.
Das Schaffen von Ordnungen, nach bestimmten Regeln, ist also die Basis der Mathematik.  Im Spiel mit Materialien, etwa mit Muscheln, Knöpfen oder Muggelsteinen, stellen Kinder spontan Ordnungen her, indem sie die Dinge sortieren. Das ist eine grundlegend mathematische Tätigkeit.
Das (Er-) Finden von Sortierkriterien, das Unterscheiden und Gruppieren nach (beispielsweise selbst erdachten) Vorschriften verschafft den Kindern lebendige Erfahrungen, auf denen die Entwicklung ihres mathematischen Denkens aufbauen kann.  Hier sind einige Aktivitäten, die den Erfahrungsschatz der Kinder zum Thema "Sortieren    und Ordnen" unterstützen:
  • Sammeln: Das ist die Grundlage, um sortieren zu können. Kinder sammeln gern schöne, kleine Dinge.
  • In Gruppen sortieren: Das ist der erste Schritt: Erkennen, dass Dinge verschiedene Merkmale haben, und sie nach Merkmalen zuordnen: Was gehört wozu - und warum?
  • Rhythmen sortieren: …immer wieder dasselbe. Es entstehen regelmäßige Reihen,   die man sehen und ergänzen kann, oder z.B. Rhythmen, die man hören kann.
  • Reihenfolgen sortieren: …immer größer, zum Beispiel. Oder: immer kleiner, immer lauter, immer höher,…
  • Zuordnen:…jeder bekommt eines (zwei, drei,…)
Das Kennenlernen der Formen, auch das Entdecken ihrer Geheimnisse, beispielsweise die in ihnen "versteckten" Symmetrien oder die Kombination von Formen und Mustern.
  • Formen herstellen und erkennen
  • Muster finden und herstellen
  • Symmetrien erfahren
"Das Geheimnis des Quadrats, beim Falten entdeckt: Es stecken 2 Dreiecke darin!"
Das Erleben unserer dreidimensionalen Welt, zum Beispiel durch Bewegung, ist die Basis für die Entwicklung des räumlichen Vorstellungsvermögens wie für mathematisches Denken überhaupt. Einige Aktivitäten für Erfahrungen mit Raum und Bewegung sind:
  1. Dreidimensionale Körper erfahren aus verschiedenen Materialien, groß und klein, anfassen, benutzen, herstellen, auseinander nehmen, ...
  2. Volumen erproben von Schachteln, Dosen, Eimern und Schüsseln mit: Wasser, Sand, Erbsen, Steinchen, ...
  3. Oberflächen kennen lernen, fühlen, abschälen, neue Oberflächen schaffen, ...
  4. Raumlagen erfahren, unten und oben, neben und hinten, wo bin ich im Raum, wo mein Bein, mein Arm, mein Kopf?
  5. Bewegung im Raum, laufen, tanzen, schwingen, von hier nach da, von unten nach oben, ...
Im Griechischen Kindergarten sammeln die Kinder bereits im Alltag mathematische Grunderfahrungen durch ein vielfältiges Angebot.
  • Schon im Morgenkreis lernen die Kinder die Grundbegriffe der zeitlichen Ordnung kennen, z.B. vorher/nachher, gestern/heute/morgen, Monatsnamen, Tage und den Kalender.
  • Beim Überprüfen der Anwesenheit der anderen Kinder lernen sie das Zählen.
  • Sie lernen die Funktion der Zahlen kennen als Ziffern zur Codierung und Unterscheidung (z.B. Telefonnummer, Postleitzahl).
  • Im Spiel lernen die Kinder Grundbegriffe wie z.B. größer/kleiner, länger/kürzer, mehr/weniger, schwerer/leichter, breiter/schmaler usw.
  • Den Kindern stehen mathematische Werkzeuge zur Verfügung: Waage, Maßband, Thermometer, Sanduhren, Reagenzgläser.
  • Tisch und Würfelspiele enthalten mathematische Angebote, sowie Abzählverse und auch Fingerspiele. Dabei ist die WIEDERHOLUNG ein wesentlicher Lernaspekt.  

mathematische bildung

Abb. 12 Menge und Zahlen zuordnen

3.3 Naturwissenschaft und Technik

Nach den neusten Forschungsbefunden wissen wir, dass Kinder im Elementarbereich schon alle Voraussetzungen erfüllen, um sich mit naturwissenschaftlichen Themen auseinander zu setzen. Sie verfügen über differenzierte Denkstrukturen, die es ihnen ermöglichen, naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. Schon im Vorschulalter kennen Kinder Begriffe und haben Theorien über verschiedene Bereiche wie Physik und Biologie. Begriffe bilden die Wissensbasis, die den Kindern ermöglicht, Informationen zu organisieren und zu kategorisieren. Wenn Kinder älter werden, entwickeln sich auch ihre Begriffe und die damit verbundenen Annahmen weiter. Voraussetzung dafür ist die aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt und die Interaktion mit anderen Kindern und Erwachsenen.

Stärkung lernmethodischer Kompetenzen im Bildungsbereich Naturwissenschaften

Neben der Vertiefung des naturwissenschaftlichen Verständnisses geht es in der naturwissenschaftlichen Bildung auch um die Stärkung lernmethodischer Kompetenzen. Wenn Kinder naturwissenschaftliche Phänomene erkunden und gemeinsam Fragen nachgehen, dann erlangen sie neues Wissen. Lernmethodische Kompetenzen werden dadurch erlangt, dass wir gemeinsam mit den Kindern überlegen und reflektieren, wie sie  neues Wissen konstruiert haben. Wie haben wir rausgekriegt, dass Wasser zu Eis werden kann? Was hast du gerade über das Wasser erfahren, was du vorher noch nicht wusstest? Kindern sollte auch im Bildungsbereich Naturwissenschaften bei ihren forschenden Aktivitäten bewusst sein, dass sie lernen, was sie lernen und wie sie lernen.

Ganzheitliches Lernen im Bildungsbereich Naturwissenschaften

Ganzheitlichkeit wird aus zwei Perspektiven betrachtet und verstanden als…

… Lernen mit allen Sinnen, Gefühlen und intellektuellen Fähigkeiten: Kinder lernen als “gesamte“ Person.

  • Ganzheitlichkeit bezieht sich auf die gesamte Entwicklung des Kindes (Perspektive des Kindes)

… Schaffen bereichsübergreifender Zugänge und verschiedener Bezüge zu einem Thema:
Themen werden in einen größeren Zusammenhang eingebettet, dabei sollen alle Kompetenzen des Kindes gestärkt werden (Basiskompetenzen und bildungsbereichs-bezogene Kompetenzen)

  • Ganzheitlichkeit bezogen auf die Gestaltung von Bildungsaktivitäten (Perspektive der Fachkraft)

Der Griechische Kindergarten ist ausgestattet mit interessanten Materialien und Geräten. Wir verfügen über Waagen, Messbecher, Reagenzgläser, Messgeräte, Lupen, Periskop, Magnete, Kompasse, Sanduhren, Thermometer, Globen, Deutschlandkarte, Europakarte, Weltkarte, Mikroskop, Torso (zum Auseinandernehmen), Fossilien, verschiedene Gesteine, Muscheln, Stöcke und Sand. Jede Gruppe hat eine kleine Experimentierecke. Die Geräte und Materialien wechseln wir je nach Thema und Projekt.

Wir sind in der glücklichen Lage, das Deutsche Museum in unserer unmittelbaren Nähe zu haben. Ein Museumsbesuch erlaubt uns, kognitive Prozesse in Verknüpfung mit emotionalen, sinnlichen und sozialen Vorgängen zu erleben. Auf diese Weise integrieren wir in unseren Kindergartenalltag Kenntnisse auf dem Gebiet der Natur und Technik. Im Deutschen Museum sind wir „zuhause“, wobei sich die Kinder besonders über das "Kinderreich" freuen.

Im Eingangsbereich des Griechischen Kindergartens dokumentieren wir mit Fotos aktuelle Lerninhalte. Bei der Auseinandersetzung mit Themen wie "Unser Körper", "Lebewesen: Menschen, Tiere, Pflanzen" oder "Unsere Erde", ist uns das Museum Mensch und Natur eine große Hilfe.

natuewissenschaft Abb. 13 Experiment "Müllabbau"

                                                                            Abb. 14  Experiment "Vulkanausbruch"  natuewissenschaft

3.4 Umweltbildung und -Erziehung

Verantwortungsvoller Umgang mit Umwelt und natürlichen Ressourcen gewinnt gerade      für Kinder zunehmend an Bedeutung. Nach und nach sollen sie die Bereitschaft zu umweltbewusstem und umweltgerechtem Handeln entwickeln, denn die Zukunft gehört ihnen. Im Griechischen Kindergarten wollen wir den Kindern Kompetenzen zu verantwortungsvollem Umgang mit Natur und Umwelt vermitteln und ökologisch vertretbare Haltungen fördern. In diesem Sinne ist unsere Umwelterziehung ein Bildungs- und Erziehungsprogramm für Werte, Lebensstile und Einstellungen. Der didaktisch-methodische Hintergrund in der Bildung ist durch handlungsorientiertes, offenes und eigenverantwortliches Lernen geprägt.  Der Kompetenzerwerb erfolgt durch Beobachten, Beschreiben und Vergleichen sowie durch das Stellen von Fragen und Ausprobieren ("trial and error"). Umweltbildung und -erziehung im Elementarbereich ergibt sich traditionell aus der Begegnung mit der Natur und im unmittelbaren Erleben von Tieren und Pflanzen. Die Natur regt in hohem Maße die Fantasie und Kreativität an. Unser Ziel ist es, das Interesse der Kinder an der Umwelt und an Naturvorgängen zu wecken. Die Kinder sollen die Umwelt mit allen Sinnen erfahren und sie als unersetzlich und verletzlich wahrnehmen.

Die Lage des Griechischen Kindergartens bietet unseren Kindern verschiedene Möglichkeiten zur Beobachtung und zum Miterleben in der Natur, beispielsweise durch Exkursionen an die Isar und zu den vielen Spielplätzen der Umgebung. Der jährliche Besuch im Museum "Mensch und Natur" und im Botanischen Garten erweitert den Horizont der Kinder und macht ihnen großen Spaß. Regelmäßig und bei nahezu jedem Wetter machen wir Spaziergänge und erleben den Wechsel der Jahreszeiten. Abgestimmt auf die Jahreszeit pflanzen wir mit den Kindern die entsprechenden Pflanzen und kümmern uns um deren Pflege. Die Kinder spüren, welche Freude es bereitet, Pflanzen aufzuziehen, zu ernten, zu verarbeiten und so die Natur zu genießen. Ferner lernen sie die Bedeutung von Müllvermeidung, Recycling und Probleme der Umweltverschmutzung kennen. Darüber hinaus bringen wir den Kindern bei, dass Wasser eine lebensnotwendige Ressource ist, mit der wir sparsam umzugehen haben.

umweltbildung und erziehung   griechischer kindergarten

Abb. 14 Ausflug zum Starnberger See                                                                                                                                  Abb. 15  Einpflanzen

3.5 Ethik und Religion

Im Griechischen Kindergarten ist der wichtigste Bestandteil unserer ethischen und religiösen Bildung und Erziehung die Vorbereitung und das Begehen jahreszeitlich vorgegebener Feste. Wir nehmen zum Beispiel am Tag des Hl. Martin an der Sankt-Martins-Feier in der nahen Lukaskirche teil und um die Weihnachtszeit gehen wir in das Bayerische Nationalmuseum, um dort die alten Krippen zu sehen. Zu Weihnachten und auch zu Ostern werden den Kindern Biblische Geschichten vorgelesen.

Traditionen geben dem Jahr seinen Rhythmus. So legen wir im Griechischen Kindergarten Wert darauf, die eigene griechisch-orthodoxe Religion zu schätzen, aber auch den Blick auf andere Religionen zu lenken. Das geschieht etwa durch einen Besuch im Völkerkundemuseum, um dort die riesigen Buddha-Statuen zu bestaunen.

Wir orientieren uns an christlichen Festen und Feiern, möchten aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass bei uns alle Religionen/Kulturen herzlich willkommen sind. Darüber hinaus äußern wir uns nicht abwertend oder verurteilend gegenüber nicht-christlichen Religionen.

Unsere Aktivitäten: Teilnahme an der Karfreitagsprozession; Eierfärben und Osterzöpfe backen am Gründonnerstag; vorösterliche Beschäftigungen im Griechischen Kindergarten.

ehtik und religion

Abb. 16 St.-Martins-Feier rund um die evangelisch-lutherische St.-Lukaskirche mit Kindern und Eltern

3.6 Medien, Informations- und Kommunikationstechnik

Erziehung bedeutet auch immer, einen Menschen für die Anforderungen und Aufgaben der jeweiligen Gesellschaft, in die er hineinwächst, zu rüsten. Daher ist es in der modernen Informationsgesellschaft unter vielerlei Gesichtspunkten notwendig, Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation zu erkennen und zu entwickeln. In der Arbeit mit Kindern bedeutet Medienkunde den Handlungsspielraum des Kindes zu erweitern und damit seine Fähigkeit zur gesellschaftlichen Partizipation und letztlich auch zur künftigen Lebensgestaltung zu erweitern.

Gemäß dem Grundsatz, ein Kind dort abzuholen, wo es sich befindet, empfiehlt es sich, bisherige kindliche Medienerfahrungen aufzugreifen und diese als Ansatz- und Ausgangspunkt für zielgerichtete Maßnahmen zu erfassen. Das heißt, es sind geeignete Maßnahmen zu planen und über den Zeitraum von einigen Wochen hindurch auszuführen.

Die Fähigkeit, Geräte zu bedienen, steigert das Selbstwertgefühl der Kinder. Dadurch können sie sich andere und vor allem neue Lebensbereiche erschließen.

In unserem erzieherischen Alltag integrieren wir medienpädagogische Routinen. So pflegen wir beispielsweise das Ritual des Erzählkreises, der der Entwicklung von Medienkompetenz dient. Eine zunehmende sprachliche Kompetenz ist  schließlich die Grundvoraussetzung für die Entschlüsselung der Medienbotschaften. Weitere Routinen sind:

Kommunikationsspiele: z.B. "Stille Post"

Hörrätsel: Geräusche von Alltagsgegenständen, Tierstimmen, Bewegungsgeräusche, der Klang von Materialien, Instrumenten, Alltagssituationen wie z.B. im Verkehr müssen erraten werden.

Rollenrätsel: Ein Kind spielt eine Medienfigur, die anderen müssen erraten, wer gemeint ist.

Bilderrätsel: Es muss geraten werden, woher ein bestimmter Ausschnitt eines Bildes stammt. Für die Auflösung des Rätsels sollte dann zum Bildausschnitt auch das Gesamtbild zu sehen sein. Im Freispiel oder bei verschiedenen gezielten Angeboten haben die Kinder im Griechischen Kindergarten die Möglichkeit, sich mit den unterschiedlichsten Informations- und Kommunikationsmedien zu beschäftigen, und sich darin zu erproben.

Verfügbare Medien im Griechischen Kindergarten:

  • Auditive Medien: Informationsträger wie Hörkassetten, Hörbücher auf CD, Musik-CDs oder Hörfunkangebote, CD- Player und MP3- Player, Kassettenrekorder, Radio und Telefon, all diese Möglichkeiten sind bei uns gegeben.  
  • Visuelle Medien: Printmedien wie Fotografien, Plakate, Zeitungen, Bücher, Zeitschriften oder Comics, Dias, Briefe, Geräte wie Diaprojektor, Overheadprojektor und Kopiergerät.
  • Audiovisuelle Medien: Film, Fernsehen, Video, Multimedia-CDs und DVDs, Informationsträger wie Videobänder, DVDs, Geräte wie Fernseher, Filmprojektor, Computer- oder Multimediaplayer.
  • Informationsmedien: Zeitungen, Sachbücher, Fach- oder Sachdokumentationen als Printmedien, Flyer, Hörfunksendungen.

medien und informationenAbb. 18 ICE im Hauptbahnhof

medien und informationenAbb. 19 Flughafen F. J. Strauß München

medien und informationenAbb. 20 "Mensch und Natur" Museum

3.7 Ästhetik, Kunst und Kultur

Ästhetische Bildung und Erziehung sind für die Stärkung der Kreativität von großer Bedeutung. Durch die Stärkung der Kreativität wird die Entfaltung der Persönlichkeit gefördert. Für die ästhetische Bildung spielen Kunst und Kultur eine große Rolle. Es ist sehr wichtig, dass Kinder von Anfang an eine Allgemeinbildung bekommen, welche andere Kulturen und andere Perspektiven respektiert und wertschätzt. Auf diese Weise lernen die Kinder gegenüber anderen Kulturen offen zu sein.

"Aus vielschichtigen Kommunikationsprozessen entwickelt sich ästhetisches Lernen. Lernen durch die Sinne ist in der frühen Kindheit die Grundlage von Bildung. (BEP)"

Im Griechischen Kindergarten unterstützen und fördern wir die Kreativität des Kindes durch spontanes und gelenktes Zeichnen und Malen, durch Formen, Kneten und selbst erstellte Basteleien. Vielerlei Techniken sind anwendbar; es gibt Malen mit Buntstiften, Wachsmalkreiden, Wasserfarben, Kreide und Pinsel, wobei es immer auf Farben und Farbnuancen ankommt. Für gestalterische Tätigkeiten stehen den Kindern Materialien aus natürlichen Stoffen wie Leder, Wolle, Papier, Blätter, Steine, aber auch formbare Stoffe wie Gips, Ton und Knetmasse zur Verfügung.

Unsere Einrichtung sieht die Bedeutung der kreativen Tätigkeit nicht im Erstellen eines Produktes, sondern in der besonderen sozialen Dynamik des Entstehungsprozesses.

Um den Kindern Zugang zur Kunst zu eröffnen, schauen wir uns Gemälde von bekannten Malern an, besuchen Museen, Pinakotheken und versuchen, uns selbst als Künstler darzustellen und zu verstehen.

Unsere kulturellen Aktionen bestehen darin, dass wir jährlich ein bis zwei Kinderfilme im Kino anschauen. Zudem spielen wir regelmäßig Kasperlpuppentheater.

Ästhetik, Kunst und Kultur

Abb. 21 Gipsmaskenanfertigung

3.8 Musikalische Bildung und Erziehung

"Deshalb haben wir unter allem Denkbaren die Musik zum Element unserer Erziehung gewählt, denn von ihr laufen gleichgebahnte Wege nach allen Seiten"

(Johann Wolfgang von Goethe).

Musik bereichert allein durch ihre Schönheit unser Leben. Sie bringt Körper und Geist ins Gleichgewicht und bietet Entspannung. Die musikalische Entwicklung beginnt sehr früh, Säuglinge und Kinder haben von sich aus großes Interesse an Musik. Musikalische Aktivitäten gehen ursprünglich mit Wohlbefinden einher. Sie sind ein Mittel zur Regulierung von Emotionen und Affekten. So können als negativ empfundene Affekte oder Gefühle wie Langeweile, Wut, Angst, Trauer oder Schmerzempfindungen abgeschwächt werden. 

Vielfältige Begegnungen mit Musik befähigen das Kind frühzeitig, auf Musik emotional und rational zu reagieren, mit musikalischem Material selbstständig umzugehen und sich selbst durch klangliches Gestalten zum Ausdruck zu bringen. Somit entwickeln Kinder ein Gefühl für Melodien und können höhere und tiefere Töne unterscheiden. Musik gibt uns Aufschluss darüber, wie man hört und zuhört, bewusstes Hören wird somit geschult, ebenso wie Konzentration, Körperspannung und Fantasie. Kinder lernen Melodien und Text eines Liedes aufzunehmen, zu behalten und wiederzugeben. Lieder ermöglichen Kindern, alle ihre Sinne aufzutun und zu hören was die Texte aussagen. Musik fördert Sprache und Artikulation

Singen ist die früheste und elementarste Form des Musizierens, die auch ohne spezielle Fertigkeiten und ohne Materialien ausgeführt werden kann. Die Funktionen des Singens liegen im Spiel, im Ausdruck von Ideen, Symbolen und Stimmungen und in der rituellen Erzeugung und Aufrechterhaltung von Gemeinschafts- oder Zugehörigkeitsgefühlen. Lieder singen ermöglicht es, Vergangenes zu bewahren und zu erinnern, z.B. in Volksballaden. Musik wurde schon immer in Religion, Mythen, Politik und Erziehung als persönliche Identität und auch Gemeinschaft stiftendes Mittel eingesetzt.

Das Anhören von Musik gehört zur Musikerziehung. Durch das Anhören erkennen Kinder vertraute Geräusche, Stimmen und Instrumente. Sie erfassen dadurch differenzierte Unterschiede in der Lautstärke, beim Tempo und der Tonhöhe.

Musik macht sich auch in der Natur bemerkbar. Der Rhythmus des fließenden Baches, das Rauschen der Blätter eines Baumes im Wind, der Takt aufprasselnder Regentropfen sind nur einige Beispiele. Wir haben viel Spaß daran, die Natur und ihre „Musik“ zu beobachten.

Musik wird in unserem Kindergarten als eine Quelle von Freude und Persönlichkeitsentfaltung betrachtet. Für die Kinder ist sie außerdem untrennbar mit Bewegung verbunden. Nahezu alle Sinne werden bei Musik und Tanz gefördert. Da wir ein deutsch-griechischer Kindergarten sind, gehören traditionelle griechische Volkstänze zu unserem Repertoire. Bei Festen wie z.B. dem Sommerfest werden vorher einstudierte Tänze vorgeführt und dadurch auch erlernt.

Musik begleitet uns im Alltag:

  • im Stuhlkreis (Sing-  oder Tanzspiele, Lieder, Klatschen, Musikinstrumente spielen)
  • beim Turnen
  • bei rhythmischen Übungen
  • Musik von CDs schafft eine gemütliche Atmosphäre, in der sich Kinder wohl fühlen. Musik gibt es auch bei Ruhetätigkeiten und gegebenenfalls beim Mittagsschlaf.   

musik

 Abb. 22 Musizieren in der Gruppe II des Griechischen Kindergartens

3.9 Bewegung und Sport

Bewegungserziehung spielt in der gesamten Persönlichkeitserziehung eine sehr wichtige Rolle.

"Die Bewegung ist für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Kindes unerlässlich. Darüber hinaus ist Bewegung für die Entwicklung von Wahrnehmungsleistungen, kognitiven Leistungen und sozialen Verhaltensweisen bedeutsam. Die Verbesserung der motorischen Leistungen des Kindes steigert seine Unabhängigkeit, sein Selbstvertrauen, Selbstbild und sein Ansehen bei Gleichaltrigen." (BBP)

Außerdem trägt Bewegung zum Abbau von Spannungen und Aggressionen bei.

Die Bewegungserziehung dient zur Förderung und Verbesserung von:

  • Ich- Stärke
  • sozialer Reife
  • Geschicklichkeit
  • Körpergefühl und Koordination
  • Wahrnehmungsfähigkeit
  • Raumgefühl  
  • Selbstvertrauen
  • Orientierung
  • Balance zwischen Wetteifer und Fairness
  • Motivation zur Leistungsverbesserung
  • Teamgeist
  • Konzentrationsfähigkeit

Sport im Raum

Der Sportraum wird so gestaltet, dass die Neugier der Kinder geweckt wird. Die Aufgaben sind dem Entwicklungsstand der Kinder angemessen und sind in bestmöglicher, spielerischer Form gestaltet.

  1. Die Kinder üben Grundformen der Bewegung wie z.B. Laufen, Springen, Rollen, Klettern, Kriechen, Krabbeln, Hängen, Fangen, Werfen und Balancieren.
  2. Erfahrung durch Benutzung von: Bällen, Tüchern aus Stoff, Tennisringen, Springseilen, Reifen, Luftballons, Zeitungsblättern, Hütchen, Matten und Stoffsäckchen.

Sportliche Spiele

Unsere Kindergartenkinder ab 4 Jahren haben ganzjährig jeden Mittwoch die Möglichkeit,  in Begleitung unserer Sportlehrerin – und je nach Gruppengröße – einer oder zwei Erzieherinnen, in das nahe gelegene Müller'sche Volksbad zum Schwimmen zu gehen.

  • Schwimmen; Wassergewöhnung und Wasserbewältigung in Spielformen (Eintauchen, Hineinspringen, Atemhalten, Schweben, Gleiten, Lagewechseln, Fortbewegen, Ein- und Ausatmen, Kraulschwimmen in Grobform).

Spiele zum Üben von Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Gewandtheit, zur Förderung von Konzentrations- u. Reaktionsfähigkeit.

  • Volleyball mit Luftballon
  • Staffeln mit verschiedenen Wurf- und Sprungaufgaben
  • Geräte- Parcours
  • Einführung in Fußballregeln
  • Trampolin
  • Laufmit-Laufweg
  • Rot und Grün (Ampel)
  • Feuer, Wasser, Sturm
  • Der Kreis reißt entzwei
  • Fahrschule
  • Kegelspiel

Sport im Freien

Skifahren mit der Alpina-Skischule im Winter; Fallschirmspiele, Tunnellaufen, Wellen (Tuchspiel) im Sommer.

Methodische Prinzipien der Bewegungserziehung

  • Bewegungsfreude wecken
  • Bewegungsdrang befriedigen
  • Bewegungserfahrungen ermöglichen: "…das Bewegungskönnen der Kinder nicht vergleichend bewerten, sondern die Verbesserung innerhalb des einzelnen Kindes hervorheben…" (BBP)

Didaktische Vorüberlegungen: "Ein gesunder Geist lebt in einem gesunden Körper"
"Νους υγιής εν σώματι υγιεί" (Sokrates)

Grundprinzipien der Trainingslehre

Vom Bekannten zum Unbekannten

Vom Leichten zum Schweren

Vom Einfachen zum Komplexen

Alle Übungen sollten links und rechts ausgeführt werden.

3.10 Gesundheitserziehung

In unserem Kindergarten legen wir sehr viel Wert auf Gesundheit und Hygiene. Ein guter Gesundheitszustand ist für jeden von eminenter Bedeutung und ist ein entscheidender Bestandteil der Lebensqualität. Aus diesem Grund zielen wir darauf ab, dass die Kinder  gesundheitsförderndes Verhalten lernen. Zudem ist es enorm wichtig, dass Kinder die Grundlagen für ein gesundheitsbewusstes Leben erwerben.

Beim Thema „Gesundheit“ werden folgende Bereiche mit den Kindern angesprochen und teilweise vertieft:

  • Körperpflege. Die Körperpflege ist eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit des Kindes. Wir vermitteln die Bedeutung von Hygiene und Körperpflege zur Vermeidung von Krankheiten.
  • Zahnpflege. Eine Zahnexpertin besucht uns 5-6 Mal pro Jahr, um den Kindern die richtige Zahnputztechnik beizubringen.
  • Gesunde Ernährung. Wir vermitteln den Kindern das wichtigste Wissen über gesunde Ernährung und die Folgen ungesunder Ernährung. Wenn man sich richtig ernährt, kann man Gesundheit und Leistungsfähigkeit steigern.
  • Wir achten darauf, dass die Eltern eine möglichst gesunde Brotzeit mitgeben.
  • Wir legen größten Wert darauf, dass die Kinder genügend trinken.
  • Ausgleich und Entspannung finden.
  • Wir bietenRaum und Zeit für Bewegung und Sport.
  • Die Räumedes Kindergartens sind hygienisch sauber.
  • Es wird für ausreichende Belüftung der Räume gesorgt.
  • Bei den täglichen Mahlzeiten verwendet unsere Zubereitungsküche frischgekochte Lebensmittel und alle hygienischen Standards werden eingehalten. In unserer Zubereitungsküche wird jeden Tag frisch gekocht.
  • Die Kinder sammeln Erfahrungen mit der Zubereitung von Speisen.

Unser Ziel ist, dass die Kinder mit Gesundheit und Ernährung kompetent und sinnvoll umgehen.

gesundheitserziehung

Abb. 23 Salatzubereitung mit den Kindern